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Heyva Sor a Kurdistan 

Sparkasse Neuwied
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Entstehung und Ziele 

Die Notwendigkeit der Gründung von HSK

HSK als Hilfsorganisation

Heyva Sor a KurdistanêHeyva Sor a Kurdistanê (HSK; Kurdischer Roter Halbmond) wurde im März 1993 in Deutschland gegründet und ist als gemeinnützige und mildtätige Körperschaft anerkannt. Inzwischen gibt es auch Vertretungen in weiteren europäischen Ländern wie Frankreich, Griechenland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Österreich (dort: "Kurdischer Hilfs- und Freundschaftsverein") und der Schweiz. Neue Gründungen sind in Vorbereitung. Heyva sor a Kurdistane orientiert sich an den Grundsätzen des humanitären Völkerrechts und den Statuten des Internationalen Roten Kreuzes. Daraus leitet sich die Selbstverpflichtung ab, in Anlehnung an die Genfer Konvention notleidenden Menschen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

Für die Verwirklichung seiner humanitären Aufgaben strebt er die Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen, insbesondere mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC), dem Hohen Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR), der Weltgesundheitsorganisation (WHO), und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) an. Ferner unterhält Heyva sor a Kurdistane Beziehungen zu den meisten kurdischen Parteien, Organisationen und Verbänden und arbeitet im internationalen Maßstab mit anderen Hilfsorganisationen und nach Möglichkeit mit den nationalen Rotkreuz- bzw. Rothalbmondgesellschaften zusammen.

In der Türkei ist Heyva sor a Kurdistanê verboten

Da schon die Erwähnung des Namens in der dort zu Verhaftung und Folter führen kann, darf der Kurdische Rote Halbmond nicht unter seinem Namen tätig werden und kann viele Projekte nicht verwirklichen. Trotzdem sind auch dort - wie in allen Teilen Kurdistans - MitarbeiterInnen zur Unterstützung der kurdischen Zivilbevölkerung aktiv. Hauptziele sind die Förderung der Fürsorge für Flüchtlinge, Vertriebene, Kriegshinterbliebene und Kriegsgeschädigte sowie der Erziehung, Volks- und Berufsbildung. Personen, die infolge ihres physischen oder psychischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind, werden selbstlos unterstützt. Trotz aller Schwierigkeiten konnten dank vieler Spenden bereits einige Projekte verwirklicht werden.

Neben dem Projekt für hilfsbedürftige Kinder, das hier vorgestellt wird, unterhält der Kurdische Rote Halbmond ein Krankenhaus in der südkurdischen Stadt Sulaymania, betreut Flüchtlinge, Kranke und Verletzte in Süd- und Nordwestkurdistan und in der Westtürkei und leistet einmalige Zuwendungen zur Existenzgründung.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden individuelle Betreuung, Wohn-, Rehabilitations- und Schulmöglichkeiten angeboten. Die eigene Beobachtung und Dokumentation des Krieges und seiner Auswirkungen sind ein wichtiges Mittel, um Menschenrechtsverletzungen öffentlich anzuklagen.

Eine Reihe von Faktoren machten die Gründung von Heyva sor a Kurdistane dringend notwendig

Der bewaffnete Konflikt zwischen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der türkischen Armee in Nordwestkurdistan hat sich zu einem Krieg ausgeweitet, der alle Bereiche der Gesellschaft erfaßt hat. Die Zivilbevölkerung wurde immer mehr zur Zielscheibe militärischer Angriffe durch türkische Truppen. Die Vertreibungspolitik des türkischen als auch des irakischen Staates geschieht systematisch. Ganze Landstriche wurden entvölkert, Tausende von Dörfern zerstört (Türkei: über 3.500, Irak: über 4.200). Die Zahl der Kriegsopfer steigt täglich: Verletzte durch Bomben und Minen, Gefolterte, Inhaftierte, Verschwundene, Witwen und Waisen.

Darüber hinaus gibt es andere gravierende Umstände, die die Gründung von Heyva sor a Kurdistane notwendig machten: zwar existieren in allen vier Staaten Türkei, Iran, Irak und Syrien nationale Rothalbmondgesellschaften, die sich den Genfer Konventionen verpflichtet haben, aber keine von ihnen kann sich der Kritik entziehen, der kurdischen Bevölkerung die nötige Hilfe bewußt vorenthalten zu haben. Sie sind weder beobachtend noch helfend eingeschritten, um die Zivilbevölkerung entsprechend des Genfer Abkommens zu schützen.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Gründung von Heyva sor a Kurdistane war der Großangriff des irakischen Regimes am Ende des Zweiten Golfkrieges gegen die kurdische Bevölkerung. Hunderttausende waren in die Flucht getrieben worden. Obwohl zunächst viele internationale Nichtregierungsorganisationen den Rückkehrern Hilfe anboten, werden die Spuren dieser Tragödie noch lange nicht beseitigt sein.

Heyva sor a Kurdistane will als Hilfsorganisation für ganz Kurdistan einen entscheidenden Beitrag zur besseren Versorgung der Bevölkerung und so zum Wiederaufbau des Landes leisten.

Seit dem de facto Waffenstillstand im Sommer 1999 möchten immer mehr Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren. Zunehmend gewinnt der Frieden in den kurdischen Gebieten an Realität. HSK möchte einen Beitrag zum Aufbau der vom Krieg getroffenen Gebiete leisten, insbesondere zur Räumung der Landminen, die jetzt noch vielen Rückkehrwilligen die Heimkehr unmöglich oder lebensgefährlich machen.

 
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